Eine Lizenz ist ein wichtiger Baustein Ihrer Firmengründung in Dubai. Sie ersetzt aber keinen durchdachten Plan für das Unternehmen. Wer Angebote vergleichen möchte, sollte zunächst beschreiben können, welche Leistungen die Firma tatsächlich erbringen soll, wer die Kunden sind und wie der Alltag organisiert wird.
Die folgende Checkliste ist eine praktische Vorbereitung für ein Gründungsgespräch. Sie bewertet kein bestimmtes Lizenzpaket und enthält keine pauschale Zusage zu Steuern, Visa, Kontoeröffnung oder Bearbeitungsdauer.
1. Was wird Ihr Unternehmen konkret anbieten?
„Consulting“, „Handel“ oder „Onlinebusiness“ sind für eine erste Idee verständlich. Für die Planung sind diese Begriffe oft noch zu allgemein. Schreiben Sie auf, welches Ergebnis Ihre Kunden kaufen, wie Sie es erbringen und welche zusätzlichen Tätigkeiten dazugehören.
Fiktives Beispiel: Ein Unternehmen entwickelt Marketingkonzepte, ein anderes verkauft Softwarelizenzen, ein drittes produziert eigene Lerninhalte. Auch wenn alle digital arbeiten, sind ihre Leistungen nicht gleich. Ob eine konkrete Tätigkeit von einer Lizenz abgedeckt wird oder zusätzliche Genehmigungen benötigt, muss die zuständige Stelle bestätigen.
Das Wirtschaftsministerium der VAE nennt die Bestimmung der Geschäftstätigkeit als ersten Schritt der Gründung in einer Free Zone. Die zuständige Free-Zone-Verwaltung ist für die jeweils verfügbaren Rechtsformen und Anforderungen anzusprechen.
2. Wer sind Ihre Kunden, und wo arbeiten Sie?
Notieren Sie, ob Sie Unternehmen oder Privatpersonen ansprechen und in welchen Ländern die Kunden voraussichtlich sitzen. Ergänzen Sie, wo Sie selbst und mögliche Mitarbeitende tatsächlich arbeiten werden. Trennen Sie einen geplanten Wohnsitz von den tatsächlichen Arbeitsabläufen.
Diese Angaben sind eine Grundlage für weitere Prüfungen. Aus „meine Kunden sind in Deutschland“ oder „die Firma sitzt in Dubai“ lässt sich allein noch keine vollständige rechtliche oder steuerliche Beurteilung ableiten. Solche Fragen müssen passend zum Einzelfall geklärt werden.
3. Welche Struktur passt zum vorgesehenen Betrieb?
Vergleichen Sie Mainland- und Free-Zone-Optionen anhand Ihres Geschäftsmodells. Prüfpunkte sind die zugelassenen Tätigkeiten, die vorgesehene Rechtsform, der tatsächliche Platzbedarf und die organisatorischen Anforderungen. Die Entscheidung sollte sich nicht nur am Einstiegspreis orientieren.
Ihre Arbeitsfrage lautet: Was muss die gewählte Struktur im ersten Geschäftsjahr tatsächlich ermöglichen? Wenn Ihnen dazu Angaben fehlen, kennzeichnen Sie sie als offene Fragen. Ein Werbeangebot ersetzt die Bestätigung der zuständigen Lizenzbehörde nicht.
4. Was kostet der Betrieb nach der Gründung?
Erstellen Sie eine Übersicht mit drei Spalten: einmalige Kosten, regelmäßig wiederkehrende Kosten und noch ungeklärte Positionen. Fragen Sie bei Angeboten ausdrücklich nach enthaltenen Leistungen, Verlängerungen und zusätzlichen Gebühren.
- Welche Leistungen gehören zur Gründung und welche werden separat berechnet?
- Welche Kosten entstehen für Arbeitsplatz, laufende Verwaltung und erforderliche Nachweise?
- Welche Visa-Leistungen sind gegebenenfalls enthalten?
- Welche Fristen und Bedingungen gelten bei Verlängerung oder Beendigung?
Übernehmen Sie nur bestätigte Preise in Ihre verbindliche Planung. Für noch unbekannte Beträge können Sie gesonderte Planannahmen verwenden. Ein Liquiditätspuffer ist eine eigene unternehmerische Entscheidung und kein Beleg für eine spätere Bank- oder Behördenzusage.
5. Wer übernimmt die laufenden Aufgaben?
Benennen Sie Verantwortliche für Belegablage, Vertragsunterlagen, Bankkommunikation und den Fristenkalender. Klären Sie mit geeigneten Fachpersonen, welche steuerlichen und sonstigen Pflichten für Ihre konkrete Gesellschaft bestehen. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Gründungspaket automatisch alle späteren Aufgaben abdeckt.
Praktischer Tipp: Halten Sie für jede Aufgabe fest, wer sie übernimmt, welche Unterlagen benötigt werden und bis wann eine Entscheidung vorliegen muss. So wird aus einer allgemeinen Gründungsabsicht ein bearbeitbarer Ablauf.
Ihre Kurzvorbereitung für das erste Gespräch
Bringen Sie eine Seite mit: eine genaue Tätigkeitsbeschreibung, mögliche Kundengruppen und Länder, den geplanten Arbeitsort, die beteiligten Personen sowie Ihr Budget und Ihre offenen Fragen. Unbekannte Punkte dürfen ausdrücklich offenbleiben. Entscheidend ist, sie vor verbindlichen Schritten sichtbar zu machen.
KCM begleitet die wirtschaftliche und organisatorische Vorbereitung Ihres Vorhabens. Mehr zur Firmengründung in Dubai oder Ihr Vorhaben mit Meik Kampmann besprechen. Leistungsumfang, Zuständigkeiten und Kosten werden vor einer Beauftragung vereinbart. Individuelle Rechts- und Steuerfragen werden, soweit erforderlich, durch hierzu befugte Fachpersonen geklärt.